Zur Geschichte Eggingens

Zu Beginn seiner Besiedlung bestand der Ort, damals noch „Egginga“ genannt, nur aus einem einzigen Hof, um den sich nach und nach ein langgestrecktes keltisch-alemannisches Siggendorf entwickelte.Während der Römerzeit führte eine Heerstraße durch das Dorf, das in der Mitte zwischen den römischen Niederlassungen bei Wunderklingen (Schweiz) und dem Ehrental („Ertel“) bei Ofteringen lag. Die erste urkundliche Erwähnung Eggingens fällt in das Jahr 888, wo unter den Besitzungen Graf Adelberts II (Graf des Albgaus) „Erchinga“ aufgeführt ist.

 

8008_small.jpg


1056 wird die Ortschaft „Ekkingen“ geschrieben, 1339 „Eggingen“ und ein Jahrzehnt später werden beide Ortsteile als „Obern Eggingen“ und „Nieder Eggingen“ getrennt ausgewiesen.
Spuren der Römer fanden sich zwischen Eggingen und Ofteringen im „Ertel“, einem Seitentälchen der Wutach. Dort wurden beim Pflügen ein es Ackers römische Scherben und Reste von Töpfen und Heizröhren ans Tageslicht gefördert, die von einer alten römischen Niederlassung Zeugnis geben. Auch fanden sich kleine, würfelförmige Steinchen, die von einem zerfallenen Mosaikboden stammen. Im Jahre 1903 wurde in der „Stühlinger Straße 5“ ein römischer Brunnenstrang entdeckt.

 

Homepage_1_101_small.jpg

 

Während des Schweizerkrieges von 1499, des Bauernkrieges (1524 / 1525), des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) sowie in den Revolutionskriegen im 18./19. Jahrhundert war Eggingen immer wieder Durchzugsgebiet feindlicher Truppen und musste zahlreiche Plünderungen und Brandschatzungen erdulden. An der Revolution von 1848/1849 beteiligte sich auch die Egginger Schützengesellschaft, die sogenannten „Burghaldenschützen“. Als das Bundesheer unter Führung des Kronprinzen und nachmaligen Kaisers Wilhelm von Preußen am 09. Juli 1849 in Eggingen einmarschierte, musste sich die Ortschaft ergeben, das vorhandene Kriegsmaterial wurde eingezogen.

 

005_small.jpg


Am 23. Mai 1854 vernichtete eine furchtbare Brandkatastrophe zwei Drittel aller Häuser Obereggingens. 40 Familien mit 214 Personen wurden obdachlos. Das Jahr 1862 brachte durch die Aufhebung des Zunftzwanges die Gewerbefreiheit für die Handwerker und Gewerbetreibenden. Jeder konnte fortan ein Gewerbe ausüben, für das er sich geeignet hielt. Zu dieser Zeit waren in Eggingen 22 verschiedene Handwerksbetriebe ansässig. Durch die Eröffnung der strategischen Eisenbahn im Wutachtal wurde Eggingen 1875 an eine wichtige Verkehrsader angeschlossen. Die beiden Weltkriege brachten wieder große Zerstörungen und Menschenverluste für unsere Gemeinde.

 

  007_small.jpg

 

Die Bevölkerungszahl stieg vor allem in den 70-er Jahren, nachdem in dieser Zeit einige Neubaugebiete erschlossen wurden; hatte die Gemeinde bis zur Gemeindereform im Jahre 1971 ca. 1.100 Einwohner, so sind es jetzt, über 30 Jahre danach fast schon 1.800 Einwohner. Eggingen entwickelte sich seither zu eine blühenden Gemeinde mit einer guten Infrastruktur.

nach oben